Ohne Sanguchón gibt es kein Peruanertum

Peruaner sind Sangucheros, so Sanguchero, dass wir uns ein Brot « con soledad” (ohne alles) nicht vorstellen können. Morgens steht an den Ecken fast jedes Viertels, vor allem aber in denen der einfachen Leute immer ein “Sanguchero”-Wagen, der uns vor Hunger und Unterernährung bewahrt.

Wenn das Geld knapp ist, besteht das Sánguche aus Süßkartoffel oder Spiegelei, Frischkäse oder Gemüsetortilla, Avocado oder *Sangrecita; aber wenn wir uns verwöhnen wollen, haben wir neben den Sánguche-Wagen, um uns den Tag zu retten, die Sangucherías, um unsere Herzen zu erfreuen. Noch ein Detail: So wie auf der Straße der Lärm der Stadt unser unvermeidlicher Begleiter ist, ist in den traditionellen Sangucherías die kreolische Musik** ein Muss.

Die kreolischen Sangucherías sind die Tempel des schmackhaften Chicharrón, der Butifarra « bien taipá »*** , des saftigen Truthahns, des Pejerrey****, der damit zum König wird, des Huhns, das für die Liebe zerrissen wird und, für die Verwegenen, der Oliven mit ihren pikanten Zwiebeln.

Das ist Peru, das sind Peruaner, unverbesserliche Romantiker, die es sich nicht erlauben, allein zu sein, auch wenn wir nur ein Brot in den Mund stecken… und wenn es gut, knusprig und würzig schmeckt, umso besser.

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*Blutwurst

**Música criolla: Música criolla oder canción criolla ist ein vielfältiges Genre der peruanischen Musik, das Einflüsse aus europäischer, afrikanischer und andiner Musik aufweist. Der Name des Genres spiegelt die Küstenkultur Perus und die lokale Entwicklung des Begriffs “criollo” wider, ein Wort, das ursprünglich Menschen mit hohem Status und voller spanischer Abstammung bezeichnete, zu einem sozial umfassenderen Element der Nation.

Ausgehend von Wiener Walzern, Mazurkas, mit dem Einfluss französischer und italienischer Musik aus Europa, wurde Limas Populärmusik durch die Transformation von Genres geformt, wobei die musikalischen Gattungen und ästhetischen Muster so verändert wurden, dass einige musikalische Formen entwickelt wurden, die bis zum Ende des 20. Jahrhunderts reichen und identifizieren, was peruanisch ist. Jeder historische Moment, von der Kolonialzeit bis heute, wurde in der Musikkultur Perus auf unterschiedliche Weise durch die verwendeten Musikinstrumente, die Formen und Inhalte der Lieder, Tänze usw. geprägt.

***Taipá: Synonym im Volksmund für eine große und reichhaltige Speise, das seinen Ursprung im Einfluss der chinesischen Diaspora hat, die 1849 aufgrund des Arbeitskräftemangels in der Landwirtschaft durch die Abschaffung der Sklaverei nach Peru kam. Es ist seit dem ersten Chifa-Restaurant (chinesisch-peruanische Fusion)  « Chifa Kuong Tong » Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts bekannt.

****Kleine frittierte Meeresfische

No hay peruanidad sin sanguchón

Los peruanos somos sangucheros, tan sanguchero que no nos imaginamos un pan con “soledad”. Por las mañanas, en las esquinas de casi todos los barrios, sobre todo los más populares, siempre hay un carrito sanguchero que nos aleja del hambre y la desnutrición.

Cuando la economía aprieta, el sánguche es de camote o huevo frito, de queso fresco o torreja de verduras, de aguacate o sangrecita; pero cuando queremos engreírnos, así como tenemos carritos sangucheros para salvar el día, tenemos las sangucherías para alegrar el corazón. Un detalle más: así como en la calle el ruido de la urbe es nuestra inevitable compañía, en las sangucherías con tradición, la música criolla es obligación.

Las sangucherías criollas son los templos del gustosísimo chicharrón, de la butifarra bien taipá, del pavo bien jugoso, del pejerrey que se transforma en rey, del pollo hecho hilacha por amor y, para los más atrevidos, de las aceitunas con su picante cebollón.

Así es el Perú, así son los peruanos, unos románticos empedernidos que no nos permitimos la soledad ni cuando nos llevamos un pan a la boca… y si este gusta, cruje y pica, mejor.

Über den Autor


Journalist. Er lebt in Lima und schreibt für die Websites La Mula sowie Living in Perú und arbeitet mit peruanischen und internationalen Medien zu Themen der Kultur und Gastronomie zusammen.